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Biotechnologie der Terpene und Aromastoffe
Die Naturstoffklasse der Terpene (auch "Isoprenoide" genannt) umfasst
eine faszinierende Vielfalt an bioaktiven Substanzen, von denen
zahlreiche Moleküle großes Anwendungspotenzial besitzen, z.B. als
Aroma- und Riechstoffe, Pigmente, Vitamine, Antioxidantien,
Konservierungsstoffe für Lebensmittel und Kosmetika oder als
pharmazeutische Wirkstoffe.
In der Biosynthese der Terpene, die in Organismen aller Reiche
existiert, werden zunächst nach einem einheitlichen Bauprinzip zumeist
chirale Kohlenwasserstoff-Grundkörper gebildet, die in spezifischen
Sekundärtransformationen in die diversen metabolischen Endprodukte
überführt werden. Es liegt nahe, für eine technische Produktion dieser
komplexen Strukturen auf die ausgeprägte Selektivität enzymatischer
Reaktionen zu bauen, da die chemische Synthese häufig zu unspezifisch
verläuft bzw. bei komplexeren Strukturen nur unter großem Aufwand, wenn
überhaupt, zum Ziel führt. Ähnlich ist die Situation bei der Produktion
von Aromastoffen im Allgemeinen. Auch hier sind Enzyme chemischen
Katalysatoren häufig überlegen, wenn es beispielsweise um die regio-
und/oder stereoselektive Funktionalisierung entsprechender
Aromavorstufen geht. Hinzukommt, dass die biotechnologischen Produkte,
die aus natürlichen Rohstoffen erzeugt wurden, als "natürliche
Aromastoffe" im Lebensmittelsektor stärker nachgefragt werden als ihre
chemisch synthetisierten "naturidentischen" Analoga.
Viele der interessanten Zielprodukte gehen auf Terpenstrukturen zurück,
die wie (+)-Limonen, α-Pinen oder 3-Caren in der Natur in großen Mengen
vorkommen und dadurch günstig verfügbare chirale Ausgangsstoffe
darstellen. Um die Terpene in Biotransformationen gezielt umwandeln zu
können, müssen jedoch zahlreiche verfahrenstechnische und biologische
Fragestellungen adressiert werden. Dazu gehören die Darreichung der
hydrophoben und cytotoxischen Terpene in biologischen
Reaktionssystemen, die Abtrennung inhibierender Produkte aus
Bioprozessen oder die molekularbiologische Verbesserung der
katalytischen Leistungsfähigkeit der verwendeten Mikroorganismen und
Enzyme. Schließlich sind Methoden des Metabolic Engineering von
zentraler Rolle, wenn es um die Biosynthese der Terpene und Aromastoffe
in den Mikroorganismen mit dem Ziel einer verbesserten de novo
Produktion geht.
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© DECHEMA e.V. 1995-2010, Last update 09.07.2009 |
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