| Kontakt: |
| Dr. Ulrich Harm |
| Telefon: 069 / 75 64-321 Telefax: 069 / 75 64-388 E-Mail: harm |
| Titel: | Neuartiger Korrosionsschutz durch Self-assembled Monolayers aus derivatisierten leitfähigen Polymeren | ||
| Laufzeit: |
01.08.2000 - 31.07.2002 |
Förderung: Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen e.V. |
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Projektziel In diesem Forschungsprojekt sollte eine neuartige Grundierung (Primer) für den Korrosionsschutz von un- und niedriglegiertem Stahl entwickelt werden. Diese Grundierung ist umweltfreundlich, da nur geringe Chemikalienmengen in stark verdünnten wässrigen Lösungen benötigt werden. Die Grundierung besteht aus einer Kombination aus Self-assembled Monolayers und leitfähigen Polymeren (z.B. auf der Basis von Polythiophen) und könnte heutige Konversionsschichten für Stahl ( heute immer noch meist Eisen- und Zinkphosphatierungen ) verbessern oder auch durch kostengünstigere Varianten ersetzen. Geplante Vorgehensweise Die neuartige Grundierung sollte ursprünglich in 3 Schritten hergestellt werden : 1. In Wasser gelöste Thiophenderivate mit Phosphonsäure - Ankergruppen bilden auf der passivierten Stahloberfläche Selfassembled Monolayers ( SAMs ). 2. Diese Self-assembled Layers werden anodisch elektropolymerisiert, so daß sich eine vernetzte Polythiophen-Schicht bildet, die über Alkylketten als Spacer mit Phosphonsäure-Ankergruppen an die metallische Oberfläche (passivierter Stahl ) gebunden ist. Dieses Verfahren funktioniert derzeit nur auf halbleitenden (oxidischen) Passivschichten, von denen sich bisher nur die Passivierung mit 10% HNO3 wirklich bewährt hat, da einfache oxidische Passivierungen (z.B. elektrochemisch erzeugt ) chemisch zu wenig stabil sind und so keinen ausreichenden Korrosionsschutz auf unlegiertem Stahl ermöglichen. 3. Auf der SAM-beschichteten Oberfläche werden verschiedene kommerzielle Decklacke aufgebracht und mit diesen später vergleichende Haftzug- bzw. Korrosionstests (mit und ohne SAM) durchgeführt. Die über die Kopfgruppen vernetzte SAM - Schicht bildet zusammen mit den Alkylketten ( Spacer ) eine hydrophobe Schicht, welche die Eisenauflösung und den Zutritt von aggressiven Ionen zur Stahloberfläche ( z.B. Chlorid - Ionen ) stark behindert. Weiter kann die SAM - Schicht wirksam die Lackhaftung steigern, was auch zu einer geringeren Lackunterwanderung unter Korrosionsbedingungen führt. Stand der Arbeiten Zunächst wurden erfolgreich verschiedene zur SAM - Bildung benötigte Phosphonsäuren mit Alkyl- und Arylspacern synthetisiert. Als Kopfgruppen wurden dabei u.a. Terthiophen- , N-Pyrrol und Anilin - Einheiten sowie verschiedene reaktive Funktionalitäten verwendet. Es wurde gezeigt, dass die SAM - Bildung auf passiviertem Stahl durch einfaches kurzes Tauchen in eine verdünnte wässrige Phosphonsäurelösung erreicht werden kann. Dabei wurden sowohl oxidische Passivschichten ( Passivierung mit 10% HNO3 oder elektrochemische Passivierung durch anodische Polarisation in wässrigen Elektrolyten ) als auch Phosphatschichten ( Wischphosphatierung mit Surtec 608, technische Eisenphosphatierungen und technische Zinkphosphatierungen) erfolgreich getestet. Die Charakterisierung der gebildeten SAM - Schichten erfolgte mittels Kontaktwinkelmessungen und durch Aufnahme von Stromdichte - Potentialkurven in wässrigen Elektrolyten.
Diese weitere Verfahrensentwicklung führte dann zu folgenden Ergebnissen : Erste Phosphonsäuren mit Kopfgruppen aus Oligomeren leitfähiger Polymeren ( Derivate eines Anilin - Trimers und von Oligothiophenen ) wurden synthetisiert und die SAM - Bildung auf verschiedensten Passiv- bzw. Konversionsschichten des Stahl untersucht. Analog wurden mehrere Phosphonsäuren mit reaktiven Kopfgruppen synthetisiert und charakterisiert sowie die SAM - Bildung auf verschiedenen Passivschichten des Stahls untersucht. Eigene Korrosionstests und extern durchgeführte Wechselklimatests phosphatierter Stahl - Testbleche mit und ohne SAM zeigten nach Industrielackierung korrosionsinhibierende Effekte durch die SAM - Beschichtung, wenn stabile und ausreichend abdeckende Passivschichten/ Phosphatschichen vorlagen. Als Beispiele solcher gut geeigneten Passivschichten sind in verschiedenen Korrosionstests eine übliche Zinkphosphatierung oder die Passivierung mit 10% HNO3 bisher erfolgreich getestet worden. Aber auch auf technischen Phosphatierungen durch externe Industriepartner sind hier in Verbindung mit Lackierungen deutliche korrosionsinhibierende Effekte durch eine zusätzliche SAM - Beschichtung erzielt worden, besonders im Hinblick auf eine verbesserte Lackhaftung bzw. eine verminderte Lackunterwanderung am Ritz ( Beschädigung der Lackierung ) unter Korrosionsbedingungen. Bei weiterer technische Optimierung der hier entwickelten Verfahren zur Herstellung vernetzter SAM - Schichten auf passiviertem Stahl könnte dies eine vorteilhafte Methode zur Verbesserung der Korrosionseigenschaften verschiedenster Passivschichten sein. Dies schliesst auch die technisch wichtige Anwendung zur Nachpassivierung unterschiedlicher Eisen- und Zinkphosphatierungen mit ein. Die Projekte wurden bzw. werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen AiF e.V. unter den Nummern 12560 N, 13474 N und 14391 N gefördert. Die Abschlußberichte zum Vorhaben 13474 N und 14391N (Kurzfassung) können Sie hier abrufen (1,9 MB) oder in gedruckter Form bei uns bestellen. |
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| Bearbeiter: | Dr. Ulrich Harm Tel.: ++49 69 7564 321 E-mail: Harm |
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